Die Natur der Sexualität


 

Unser Selbst in seiner Gesamtheit besteht wohl zu einem gewichtigen Anteil aus unserer Sexualität, die dem Entwicklungsweg der lebendigen und leben schaffenden Natur in einer Vielzahl von Facetten Ausdruck verleiht.

Die aus der allumfassenden Natur heraus entstandene Sexualität ist sozusagen die Basis unseres Seins als sexuelle Wesen, ob wir nun wollen oder nicht.

Sie manifestiert sich in unserer Entwicklung zum erwachsenen Menschen in dem Bedürfnis, mit einem anderen Menschen in diesen so intensiven und archaischen Kontakt zu treten, den wir als Sex, Geschlechtsakt oder Liebe-machen bezeichnen. Es wäre wohl müßig, sich hier über den Grad dieses Bedürfnisses oder seine unterschiedlichsten Ausprägungen in der Umsetzung Gedanken zu machen.

Viel interessanter und wichtiger scheint mir der Blick auf die Auswirkungen, auf das, was Sexualität in ihrem freien Fließen in unserem Inneren bewirken kann: Wohlbefinden, tiefe Entspannung und Freude über das Verbundensein mit dem Leben. Und das Spüren der Richtigkeit des So-Seins, des An- und Aufgenommen- werdens in dieser unmittelbaren Verbindung mit einem anderen Menschen.

 

Dadurch, dass hier das elementar-körperliche Fühlen und Handeln in den Vordergrund rückt, können wir das Denken für diese Zeitspanne ruhen lassen und eintauchen in den Fluss der Natur.

Allzu häufig leider wird dieser Fluss blockiert von den unangenehmen Gefühlen, die uns in der Kindheit und Jugend in Bezug auf unsere Körperlichkeit eingetrichtert wurden, insbesondere auf den Bereich "da unten". Anerzogene Scham bis hin zum Ekel stehen dann spätestens im Erwachsenenleben im konflikthaften Gegensatz zu den aus den Tiefen unserer Körpernatur auftauchenden Wünschen und Bedürfnissen. Und das beginnt bereits bei ganz einfachen Berührungen.

 

So schreibt J.Lionel Taylor bereits 1921 in seinem Buch "The Stages of Human Life"  Die wesentlichste Sinnesempfindung unseres Körpers ist die Berührung. Sie ist wahrscheinlich die wichtigste Wahrnehmung im Prozess des Schlafens und Wachens; sie vermittelt uns das Wissen von Tiefe, Struktur und Form; wir fühlen, wir lieben und hassen, sind empfindlich und empfinden durch die Tastkörperchen unserer Haut.

Ist diese wesentlichste Sinnesempfindung durch die o.g. inneren Konflikte gestört, kommt es beinahe zwangsläufig dazu, dass der eigene Körper mit seinem Bedürfnis nach Berühren und Berührtwerden abgelehnt wird. Als Ausgleich für den dadurch entstehenden Mangel benötigen wir jede Menge unnützer Konsumgüter, übermäßiges Essen oder Arbeiten, ein "potentes" Auto oder die neuesten Klamotten. Alle diese Ersatzbefriedigungen zu erlangen, verursacht natürlich zusätzlichen Stress. Die inneren Konflikte bleiben jedoch bestehen und so bedeutet die Krankheit den letzten "Ausweg" für den Körper.

 

Wenn Sie es soweit nicht kommen lassen wollen, aber sich bereits erste Zeichen bemerkbar machen, dann ist es höchste Zeit für Veränderung. Im sicheren und geschützten Rahmen können Sie hier Ihre "alten" Haltungen und Einstellungen gegenüber Ihrer "inneren Natur" darauf überprüfen, ob sie noch sinnvoll und brauchbar sind.

Vielleicht ist es an der Zeit, einen neuen Weg der Akzeptanz des eigenen So-Seins - mit allem was dazugehört - einzuschlagen.